Geschichte brasilianischer Speisen

 

FEIJOADA (Bohneneintopf, serviert mit gekochtem Reis, unterschiedlichen Fleisch- und Wurstsorten, geröstetem Maniokmehl, Vinaigrette, brasilianischem Grünkohl, Orangen).

 

Dieses Gericht gilt als das bekannteste Nationalgericht Brasiliens. Die Feijoada ist ein deftiger Bohneneintopf aus schwarzen Bohnen mit viel Schweinefleisch. Seine Geschichte entstand in der Zeit der Sklaven. Schwarze Sklaven, die auf den "Fazendas" arbeiteten, hatten oft nur Bohneneintopf zu essen. Die Bohnen wuchsen wild. Wenn die Gutsherren  ein Schwein schlachteten, kamen die "guten" Teile des Schweins auf den Teller der Herrschaften, während die Reste (Knochen, Gelenke, Füße, Schwänze, etc.) den Sklaven gegeben wurde. Diese kochten alles zusammen mit ihren schwarzen Bohnen und vielen Gewürzen, die sie fanden wie Lorbeerblätter, Nelken, Pfefferkörner -  und so entstand die Feijoada.
 
Heute in den Restaurants wird die Feijoada nur mit den Edelteilen und Zutaten gekocht. Die Zubereitung einer Feijoada kann bis zu 24 Stunden dauern. Die Bohnen und das gesalzene Fleisch werden 24 Stunden in Wasser eingelegt, das alle sechs Stunden erneuert wird. Anschließend kocht man Fleisch und Bohnen mit Zwiebeln, Knoblauch und Lorbeerblättern zu einem Eintopf. Die fertige Feijoada wird typischerweise mit Reis, Maniokmehl, Kohl und Orangenscheiben serviert.


 

KIBE oder QUIBE (Arabisch heisst es Kubbeh = Ball)

 

Es handelt sich hierbei um ein typisches Gericht aus dem Mittleren Osten (Libanon, Syrien, Irak). Auch in vielen Ländern Afrikas, in Armenien, im Kaukasus und in der Türkei  kennt man Kibe. Einwanderer aus diesen Regionen brachten ihre Essenskultur und ihre Küche mit nach Brasilien, so auch die Kibe. Heute kennt man Kibe in Brasilien von Nord bis Süd in Bäckereien, Imbissstuben, Restaurants und Bars. Die Hackfleischbällchen werden mit verschiedenen Kräutern gewürzt, fritiert, gekocht oder auch roh gegessen.

 

 

PÃO DE QUEIJO (Käseteigbällchen)

 

Dieses Gebäck entstammt der Kolonialküche der Landarbeiter auf den  "Fazendas" (Farmen) im Bundesland Minas Gerais. Es wurde traditionell auf privaten Treffen von Freunden oder Familienangehörigen serviert. Wenn man auf dem Lande unverhofft  Besuch bekam, bot man dem Gast etwas zum Essen an, während man mit ihm plauderte. Die Käseteigbällchen konnten schnell zubereitet und auf dem Holzofen gebacken und warm serviert werden. Damals ahnte niemand, dass dieses Gebäck einmal zum Nationalgebäck Brasilien werden könnte.

 

 

COXINHA (Hähnchenschenkel)

 

Die Geschichte der Coxinha (sprich: Koschinja) ähnelt der von der Feijoada, aber ihre Verbreitung geschah durch noble Hände. Speisereste der Kolonialfarmer wurden weggeworfen oder den Sklaven überlassen. Von den Indios hatten die Sklaven die Verarbeitung von Maniokmehl für Speisen gelernt. Aus dem Maniokmehl stellten die Sklaven auch Teig her und füllten diesen mit den Speiseresten und brieten das Ganze in Fett.
Aber bekannt wurde dieses Gericht erst dadurch, dass auf der Fazenda Morro Azul im Landesinneren des Bundesstaates São Paulo eine Köchin - eine Sklavin -, dem Sohn der Prinzessin Isabel Coxinhas servierte. Der junge Mann aß gerne Hähnchenschenkel. Eines Tages gab es aber nicht genug davon und seine Köchin bediente sich des Kulturschatzes ihrer Abstammung, um ihren Herrn zufrieden zu stellen: Sie nahm Maniokmehlteig, formte ihn zu einem Hähnchenschenkel, füllte ihn mit Hähnchenfleisch, briet ihn – aussen knusprig, innen zart - und servierte ihn dem jungen Grafen. Dem schmeckte es so gut, dass Coxinhas fortan zu seinen Lieblingsspeisen gehörten. Eines Tages im Oktober 1886, besuchte ihn seine Großmutter, die Kaiserin Teresa Maria Cristina von Neapel-Sizilien. Er ließ ihr die Coxinhas servieren und sie müssen ihr vorzüglich geschmeckt haben, denn sie ordnete an, dass auch bei ihr am Hofe in Rio de Janeiro die Coxinhas serviert werden sollten. Auf Empfängen der kaiserlichen Familie durften fortan Coxinhas nicht mehr fehlen. Die Verbreitung dieser Köstlichkeit in ganz Brasilien vollzog sich rasch.

 

 

PASTEL (Teigtasche mit Füllung)

 

Pastel ist ein typisches brasilianisches Gebäck, jedoch mit Ursprung in China. Chinesische Einwanderer brachten das gerollte Teiggebäck nach Brasilien. Im damaligen Brasilien hatten sie Schwierigkeiten, die Zutaten für Ihre Teigrollen zu finden. So experimentierten sie mit vorhandenen Zutaten, wodurch das entstand, was wir heute als Pastel kennen. Sie gründeten Pastelhäuser, sog. Pastelarias und boten verschiedene Sorten von Pastéis an. Heute gibt es Pastelarias überall in Brasilien.

 

 

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